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Sep 15

hanfinitiative

die hanfinitiative kommt zur abstimmung, zusammen mit dem revidierten betäubungsmittelgesetz. insbesondere die hanfinitiative will den konsum und anbau von hanf für den eigenbedarf legalisieren. es wäre eine kleine oder auch grössere revolution. ich finde, angesichts der gesellschaftlichen konsequenzen von insbesondere alkohol gibt es keinen grund, aus kiffern verbrecher zu machen. die nzz argumentiert mit dem viel verwendeten und oft missbrauchte liberalismus-argument, der mündige mensch solle nicht bevormundet werden. ob der ansatz richtig ist, weiss ich nicht. trotdem finde ich es mehr als erstaunlich, dass sich die nzz, als erwiesenermassen nicht linke zeitung, für die hanfinitative ausspricht:

Die Position der NZZ

zz. Die NZZ empfiehlt sowohl das revidierte Betäubungsmittelgesetz wie auch die Hanfinitiative zur Annahme. Aus der Erfahrung, dass es eine drogenfreie Gesellschaft nie geben wird, folgt die Erkenntnis, dass eine nur auf Verbote bauende Drogenpolitik scheitern muss. Anders, als uns die Gegner der beiden Vorlagen weismachen wollen, gibt es in der Realität nicht nur Sucht und Abstinenz, sondern dazwischen liegt ein weites Feld von risikoarmem bis hin zu hoch riskantem Konsum psychoaktiver Stoffe – seien das nun illegale Drogen, Medikamente, Alkohol oder Tabak. Somit ist die strikte Trennung in legale und illegale Substanzen wenig hilfreich, die Suchtproblematik an der Wurzel zu fassen. Fachleute raten der Politik seit langem, eine vernünftige Balance zwischen dem Respekt vor dem mündigen Bürger und dem Anspruch der Gesellschaft auf Sicherheit und Ordnung zu suchen. Das revidierte Betäubungsmittelgesetz wie auch die Hanfinitiative weisen somit zumindest in die richtige Richtung. Eine rein auf Abstinenz, Verbote und Repression gründende Drogenpolitik dagegen führt unter dem Strich zu höheren sozialen Kosten – und sie ist unliberal, weil in diesem Konzept für den mündigen Menschen zum Schluss kein Platz mehr ist.

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